Hiob 13:1-28 HFA
[1] »Das alles ist mir bestens bekannt! Ich habe es mit eigenen Augen gesehen und von anderen gehört. [2] Was ihr wisst, weiß ich auch, ich stehe euch in nichts nach! [3] Aber ich will mit dem Allmächtigen reden, vor ihm will ich mich verteidigen. [4] Ihr übertüncht ja die Wahrheit mit euren Lügen! Kurpfuscher seid ihr allesamt! [5] Wenn ihr doch nur schweigen würdet, dann könnte man euch noch für weise halten! [6] Hört jetzt, was ich zu meiner Verteidigung sage, und gebt acht, wie ich meinen Fall vortrage! [7] Wollt ihr für Gott lügen und mit falschen Aussagen für ihn eintreten? [8] Wollt ihr Partei für ihn ergreifen und seinen Streit ausfechten? [9] Das kann doch nicht gutgehen! Meint ihr, dass er sich täuschen lässt, wenn er euch ins Verhör nimmt? [10] Zurechtweisen wird er euch, weil ihr heimlich für ihn Partei ergreift! [11] Sein Erscheinen wird euch zu Tode erschrecken, die Angst wird euch packen! [12] Eure tiefsinnigen Sprüche sind wertlos wie ein Häufchen Asche! Eure Verteidigung zerbröckelt wie Lehm! [13] Schweigt jetzt! Ich will reden, komme, was da wolle! [14] Ich bin bereit, Kopf und Kragen zu riskieren, ja, ich setze mein Leben aufs Spiel! [15] Gewiss wird Gott mich töten, dennoch vertraue ich auf ihn, denn ich will mein Leben vor ihm verantworten. [16] Schon das wird meine Rettung sein, denn wer mit Gott gebrochen hat, darf gar nicht erst in seine Nähe kommen! [17] Hört jetzt genau zu, wenn ich meinen Fall klarstelle! Achtet auf jedes Wort! [18] Ich habe mich auf die Verhandlung bestens vorbereitet und bin sicher, dass ich recht behalte. [19] Kann mir jemand eine Schuld nachweisen? Dann will ich schweigen und auf der Stelle sterben. [20] Aber zuerst habe ich noch zwei Bitten an dich, o Gott; erfülle sie mir, damit ich dir überhaupt begegnen kann: [21] Nimm dieses schmerzhafte Leiden von mir und die schreckliche Angst, mit der du mich plagst! [22] Rede du zuerst, dann werde ich antworten, oder lass mich beginnen, und dann antworte du! [23] O Gott, sag mir: Wo bin ich schuldig geworden? Welche Sünden habe ich begangen? Wo habe ich dir die Treue gebrochen? [24] Warum ziehst du dich von mir zurück und betrachtest mich als deinen Feind? [25] Warum verfolgst du mich und jagst mir Schrecken ein? Ich bin doch nur ein welkes Blatt, ein dürrer Halm! [26] Ein bitteres Los hast du über mich verhängt; du strafst mich sogar für die Sünden meiner Jugend. [27] Du legst meine Füße in Ketten, beobachtest jede Bewegung und bewachst mich auf Schritt und Tritt. [28] So zerfalle ich langsam wie ein Holz, das vermodert, wie ein Kleid, das die Motten zerfressen.«
