Psalm 55:1-24 HFA
[1] Von David, zum Nachdenken. Mit Saiteninstrumenten zu begleiten. [2] Lass mein Gebet zu dir dringen, o Gott, und wende dich nicht ab von meinem Flehen! [3] Beachte mich doch und erhöre mein Rufen! Meine Sorgen lassen mir keine Ruhe, stöhnend irre ich umher. [4] Denn die Feinde pöbeln mich an und bedrängen mich von allen Seiten. Diese gottlosen Menschen wollen mir schaden, voller Hass feinden sie mich an. [5] Mein Herz krampft sich zusammen, Todesangst überfällt mich. [6] Furcht und Zittern haben mich erfasst, und vor Schreck bin ich wie gelähmt. [7] Ach, hätte ich doch Flügel wie eine Taube, dann würde ich an einen sicheren Ort fliegen! [8] Weit weg würde ich fliehen – bis in die Wüste. [9] Schnell fände ich eine Zuflucht vor dem Unwetter und dem wütenden Sturm. [10] Herr, verwirre die Sprache meiner Feinde, damit sie nichts Böses mehr aushecken können! Denn in der Stadt habe ich gesehen, dass Streit und rohe Gewalt überhandnehmen. [11] Tag und Nacht machen sie die Runde auf den Mauern. Die Stadt ist erfüllt von Unrecht und Verderben. [12] In ihren Straßen herrschen Erpressung und Betrug, und das Verbrechen scheint kein Ende zu nehmen. [13] Wäre es mein Feind, der mich verhöhnt, dann könnte ich es noch ertragen. Würde mein erbitterter Gegner sich über mich erheben, so wüsste ich ihm aus dem Weg zu gehen. [14] Aber du bist es, mein Vertrauter, mein bester und engster Freund! [15] Wie schön war es damals, als uns noch tiefe Freundschaft verband! Einmütig gingen wir in Gottes Haus, gemeinsam mit den anderen Pilgern. [16] Ohne Vorwarnung hole der Tod meine Feinde! Mitten aus dem Leben sollen sie gerissen werden, denn die Bosheit herrscht in ihren Herzen und Häusern. [17] Doch ich schreie zu Gott, und der HERR wird mir helfen. [18] Den ganzen Tag über klage und stöhne ich, bis er mich hört. [19] Er rettet mich und gibt mir Sicherheit vor den vielen Feinden, nichts können sie mir jetzt noch anhaben! [20] Gott, der seit Ewigkeiten herrscht, wird mich erhören. Er bleibt ihnen die Antwort nicht schuldig. Denn vor ihm haben sie keine Ehrfurcht, und ändern wollen sie sich auch nicht. [21] Ach, mein ehemaliger Freund hat alle verraten, die ihm nahestanden, und hat seine Versprechen gebrochen! [22] Seine Worte sind honigsüß, aber im Herzen ist er voller Hass. Was er sagt, klingt schmeichelhaft, aber es verletzt wie Messerstiche. [23] Überlass alle deine Sorgen dem HERRN! Er wird dich wieder aufrichten; niemals lässt er den scheitern, der treu zu ihm steht. [24] Gott, du wirst die Mörder und Betrüger ins Grab stürzen; mitten aus dem Leben wirst du sie reißen. Ich aber setze mein Vertrauen auf dich!
